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Als Antidot zur Anwendung ausserhalb von spezialisierten Zentren zeigt nur die Aktivkohle ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis. Die Verabreichung von Aktivkohle ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Aktivkohle sollte vorzugsweise in der ersten Stunde nach Einnahme einer toxischen Dosis einer adsorbierbaren Substanz verabreicht werden. Zu diesen Substanzen gehören z.B. Salicylate (Acetylsalicylsäure), Paracetamol, Barbiturate, Trizyklika, Digitalisglykoside, Benzodiazepine und Chinin. Folgende Substanzen werden jedoch nicht adsorbiert: Metallsalze, Eisen, Lithium, Kalium, Ethanol, Methanol, Ethylenglykol, Cyanide, Mineralöle, organische Lösungsmittel, Säuren und Basen.

Durch die wiederholte Gabe von Aktivkohle wird die Elimination von Präparaten und Substanzen beschleunigt, welche eine verzögerte Wirkstofffreisetzung haben oder dem enterohepatischen Kreislauf unterliegen. Die Aktivkohle adsorbiert die biliär eliminierte Substanz und reduziert so die intestinale Reabsorption. Folgende Substanzen unterliegen dem enterohepatischen Kreislauf (Beispiele): Carbamazepin, Dapson, Phenobarbital, Chinin, Theophyllin und Digoxin.

Bei der Anwendung von Aktivkohle sind folgende Kontraindikationen zu beachten: nicht adsorbierbare Substanzen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen und Krampfanfälle. Kohle ist für die Lungen toxisch. Beim Verschlucken besteht die Gefahr akuter Atemnot. Die kombinierte Gabe mit Sorbitol und anderen motilitätsfördernden Substanzen zeigt keinen Nutzen und wird deshalb nicht empfohlen. Der Kohlesuspension dürfen keine Aromastoffe zugesetzt werden, da diese die Adsorptionskapazität der Aktivkohle vermindern.

In der Schweiz ist eine Kohlesuspension unter der Handelsbezeichnung Carbovit (4863258) erhältlich. Vor jeglicher Verabreichung von Aktivkohle empfiehlt es sich, einen Arzt oder das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum zu kontaktieren (Tel.:145).

Quellen:
La Revue Prescrire 319/2010/p356
V. Daniel, B. Mégarbane; Urgences toxicologiques de l’adulte; Editions Arnette; Wolters Kluwer France 2009; p15
A.L. Jones, P.I. Dargan; Toxicologie d’urgence; Editions Elsevier 2008; p11

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