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Seit rund 20 Jahren haben die TNFα-Inhibitoren die Behandlung von chronisch entzündlichen Erkrankungen immer mehr revolutioniert und verhelfen den Patienten zu einer besseren Lebensqualität und Prognose.

TNFα (Tumor-Nekrose-Faktor-alpha) ist ein stark proinflammatorisches Zytokin, welches bei vielen Autoimmunerkrankungen überschiessend produziert wird. Es spielt auch bei der Kommunikation und der Differenzierung der Immunzellen und deren Zelltod eine zentrale Rolle und ist somit von grosser Wichtigkeit für die Immunabwehr.

Die TNFα-Inhibitoren sind monoklonale Antikörper (gekennzeichnet durch die allgemeine internationale Endung -mab), die sich spezifisch an TNFα binden und so direkt dessen biologische Wirkung unterbinden bzw. die proinflammatorischen Effekte vermindern. Diese Medikamente sind indiziert bei chronisch entzündlichen rheumatischen Erkrankungen (chronische Polyarthritis, Spondylitis ankylosans, Psoriasis-Arthritis). Bestimmte TNFα-Inhibitoren sind auch indiziert zur Behandlung von Psoriasis, hämorrhagischer Colitis oder Morbus Crohn.

TNFα-Inhibitoren werden subkutan oder intravenös appliziert. Es sind grosse, hydrophile Moleküle, welche aufgrund ihres Molekulargewichts und ihrer Löslichkeit per os sehr schlecht resorbiert werden. Aus denselben Gründen diffundieren sie schlecht durch biologische Membranen und tendieren dazu, im Blutkompartiment zu verbleiben und haben ein kleines Verteilungsvolumen. Aufgrund ihrer Wasserlöslichkeit werden sie nicht über die Leber metabolisiert, und das hohe Molekulargewicht führt zu einer sehr geringen renalen Elimination. Diese Wirkstoffe werden also nicht über die gewohnten Wege (hepatische Metabolisierung, renale Exkretion) eliminiert, sondern über zelluläre Mechanismen, insbesondere lysosomal, abgebaut.
Diese Eliminationsprozesse erklären, warum TNFα-Inhibitoren nicht in pharmakokinetische Interaktionen involviert sind und warum sie trotz ihres geringen Verteilungsvolumens eine relativ lange Halbwertszeit haben (3-20 Tage, je nach Molekül und Patient).
Die Halbwertszeit bestimmt auch das Intervall der subkutanen Verabreichung monoklonaler Antikörper: Je nach Molekül kann dies zwischen 1 Injektion alle 2 Wochen und 1 Injektion pro Monat variieren. Etanercept, welches eine kürzere Halbwertszeit hat (ca. 3 Tage), muss ein- bis zweimal pro Woche injiziert werden.

Quellen:
Le Moniteur des Pharmacies 3378/2021
i.m@il-Offizin, TNFa-Inhibitoren 16/2017

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