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Bei der Urtikaria handelt es sich um einen papulösen, erythematösen, juckenden und flüchtigen Ausschlag (übliche Dauer der einzelnen Läsionen < 24 Stunden), der auf die Freisetzung von Histamin durch Mastzellen in der Dermis zurückzuführen ist. Der Ausschlag kann oberflächlich und/oder tieferliegend sein (dermal-hypodermales Angioödem).
Die akute Urtikaria, deren häufigste Ursachen viraler oder allergischer Natur sind, kann schwerwiegend sein und muss von der chronischen Urtikaria immunologischen Ursprungs unterschieden werden. In vielen Fällen ist der Auslöser nicht bekannt.

Die chronische spontane Urtikaria entwickelt sich in täglichen oder fast täglichen Schüben über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen und dauert mit oder ohne Behandlung zwischen 1 und 4 Jahren. Die Behandlung dient der Kontrolle der Symptome (Rückgang von Juckreiz, Grösse, Anzahl und Häufigkeit der Läsionen) und der Verbesserung der Lebensqualität. Es ist oft schwierig, das Auftreten von Urtikarialäsionen ganz zu verhindern.

Erstlinientherapie
Die nicht anticholinergen H1-Antihistaminika (2. Generation) sind in der üblichen Dosierung Mittel der ersten Wahl. Sie führen zu weniger Nebenwirkungen und Interaktionen als anticholinerge H1-Antihistaminika.
Für Cetirizin, Levocetirizin und Desloratadin liegen die meisten Pharmakovigilanzdaten vor und sind deshalb zu bevorzugen. Aufgrund ihrer langen Wirkungsdauer ist Anzahl der täglichen Dosen begrenzt. Es wird empfohlen, die Medikamente besser am Abend einzunehmen.

Zweitlinientherapie bei Therapieversagen mit einem nicht anticholinergen H1-Antihistaminikum
Es wird empfohlen, die Behandlung mit steigender bis vierfacher Tagesdosis des nicht anticholinergen H1-Antihistaminikums fortzusetzen. Die Dosis kann schrittweise erhöht werden, wobei die zeitlichen Abstände zwischen einer Woche und einem Monat liegen können. Die meisten Experten verwenden jedoch direkt die vierfache Dosis eines H1-Antihistaminikums (2 Dosen am Morgen, 2 Dosen am Abend) und reduzieren dann auf 3, dann 2 oder sogar 1 Dosis, sobald eine klinische Remission erreicht ist, um die minimal wirksame Dosis zu finden.
Es gab keine Hinweise auf häufigere oder schwerwiegendere unerwünschte Wirkungen bei hohen Dosen von Cetirizin, Levocetirizin und Rupatadin im Vergleich zur herkömmlichen Dosis.
Bei gewissen H1-Antihistaminika (Mizolastin, Ebastin, Bilastin) wurde ein erhöhtes, dosisabhängiges Risiko für QT-Verlängerung und Torsades de pointes festgestellt. Dieses Risiko ist bei Kaliumstörungen und/oder in Kombination mit anderen kaliumsenkenden oder QT-verlängernden Medikamenten oder starken Enzyminhibitoren erhöht.

Bei schlechter Verträglichkeit eines früheren nicht anticholinergen H1-Antihistaminikums kann der Wechsel auf einen anderen Wirkstoff erwogen werden.
Im Falle einer dauerhaften Remission sollte die Behandlung immer schrittweise beendet werden.

Wenn die vierfache Dosis eines nicht anticholinergen H1-Antihistaminikums nicht ausreicht, wird eine zusätzliche Gabe von Omalizumab oder Ciclosporin empfohlen.

Quellen:
Société française de dermatologie, Traitement de l’urticaire chronique spontanée (UCS), 2019
Vidal RECOS, Urticaire chronique

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