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Die Überwachung der SARS-CoV-2-Varianten und die Verfolgung der Prävalenz der Krankheit in der Bevölkerung sind zwei wichtige Elemente bei der Bekämpfung des Coronavirus. Damit lässt sich insbesondere die Entwicklung der verschiedenen Varianten verfolgen und abschätzen, wie hoch das Risiko für das Auftreten von Stämmen ist, die gegenüber der durch die verschiedenen Impfstoffe oder eine frühere Infektion erworbenen Immunität unempfindlich sind. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat daher die Implementierung eines nationalen SARS-CoV-2-Überwachungsprogramms in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zentrum für neuauftretende Viruserkrankungen an den Universitätskliniken Genf (NAVI), den Eidgenössischen Technischen Hochschulen, den Universitäts- und Privatlaboratorien, der Plattform NextStrain und der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce genehmigt.

Die genetische Überwachung von SARS-CoV-2 ist ein wesentlicher Bestandteil der Kontrolle der Covid-19-Pandemie. Zwar haben die meisten Mutationen keine epidemiologischen oder klinischen Auswirkungen, aber manche erhöhen die Ansteckungsfähigkeit oder Pathogenität des Virus oder machen ihn unempfindlicher gegenüber der durch die Impfstoffe oder eine frühere Infektion erworbenen Immunität. Die genomische Sequenzierung des Virus ermöglicht eine Feineinteilung der im Laufe der Zeit neu auftretenden Mutanten, so dass Übertragungsketten zurückverfolgt und die Massnahmen bei Bedarf dynamisch angepasst werden können.

Anfang März erweiterte das BAG sein Überwachungskonzept mittels Lancierung eines nationalen Programms zur systematischen genomischen Sequenzierung. Wöchentlich werden rund 2000 SARS-CoV-2-positive Proben analysiert, wobei sich diese Zahl je nach epidemiologischer Lage ändern kann. Das Ziel ist, problematische Varianten, deren mögliche Einschleppung durch Reisende und deren Verbreitung in unserem Land rasch zu erkennen. Die auf den Empfehlungen der WHO beruhende Strategie wird vom BAG finanziert und vom NAVI koordiniert. 

Das Programm wurde seit Jahresbeginn schrittweise eingeführt und ist nun vollständig implementiert. Es soll sich über den Zeitraum vom 1. März 2021 bis zum 31. März 2022 erstrecken. Die Probenahme erfolgt so, dass unter anderem ein repräsentatives Bild für die Schweiz entsteht, das alle geografischen Gebiete und Altersgruppen abdeckt. Rund ein Dutzend Laboratorien sind an dem Programm beteiligt, darunter die fünf Universitätszentren sowie ein Netzwerk privater Laboratorien. Weitere Laboratorien könnten sich in naher Zukunft anschliessen. Die Proben werden vor Ort sequenziert oder an eines der drei Kompetenzzentren für Hochdurchsatzsequenzierung weitergeleitet: das Health 2030 Genome Center in Genf, das Department of Biosystems Science and Engineering (D-BSSE) der ETHZ am Standort Basel und das Functional Genomics Center der ETHZ.

Die Virensequenzen werden auf der Swiss Pathogen Surveillance Platform zentralisiert und sind auch auf der internationalen Plattform GISAID abrufbar. Das BAG übernimmt die Auswertung der Sequenzen und die offizielle Publikation der Daten unter www.covid19.admin.ch. Nextsrain (https://nextstrain.org) ist für die Erfassung der problematischen Varianten und das Screening nach neuen Varianten zuständig.

Schliesslich umfasst das Überwachungsprogramm auch die Kontrolle des Abwassers und die immunologische Charakterisierung der problematischen Varianten, damit festgestellt werden kann, ob diese möglicherweise unempfindlich gegenüber der durch die Impfstoffe oder eine frühere Infektion erworbenen Immunität sind.

Quelle:
Bundesamt für Gesundheit, Aktuell, 28.05.2021

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