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Jeden Sommer macht die Erntekrätze wieder von sich reden! Sie wird von den Erntemilben oder Herbstgrasmilben (Trombicula autumnalis) verursacht und tritt vor allem in ländlichen Gebieten je nach Jahr zwischen Juli und Oktober auf, normalerweise gegen Ende des Sommers und anfangs Herbst. Obwohl die Milben lästigen Juckreiz verursachen, übertragen sie keine Krankheiten auf den Menschen.

Erntemilben verursachen eine Dermatose mit heftigem Juckreiz (syn. Trombidiose, Trombikulose, Herbsterythem). Schattige und feuchte Rasenflächen sind am stärksten von Erntemilben befallen, sie sind aber auch in Wiesen, Wäldern und im Gestrüpp zu finden.

Bei den Erntemilben handelt es sich um winzige Milben, welche sich von Pflanzen und Wirbellosen ernähren. Nur die Larven sind Parasiten. Diese sind nicht sehr spezifisch und befallen Hunde, Katzen, Vieh aber auch den Menschen.  
Bevorzugte Stellen beim Menschen sind Hautfalten, wo die Haut dünner ist und an Stellen, an denen die Kleidung eng anliegt, wie z.B. Knöchel und Taille. Die Erntemilbenlarve löst mit ihrem Speichel das Gewebe punktuell auf und ernährt sich vom entstehenden Sekret. Nach einem kribbelnden Gefühl, welches durch den Milbenbiss verursacht wird, erscheinen fleckenartige Läsionen, die innerhalb von wenigen Stunden zu Pappeln oder Bläschen werden und von einem starken Juckreiz begleitet sind, der eine Woche oder länger anhalten kann. Es handelt sich dabei um eine Entzündungsreaktion, verursacht durch den Speichel der Herbstgrasmilbe. Die winzigen, rot-orangen Larven (0.3 mm) sind zum Teil im Zentrum der Bläschen sichtbar. Meist bleiben die Milbenlarven nur wenige Stunden auf dem Menschen und werden durch Kratzen, mit den Kleidern oder bei der Körperpflege entfernt.
Superinfektionen sind häufig, und es können permanente Hautpigmentierungen zurückbleiben.

Als präventive Massnahmen wird empfohlen, Mücken-Repellentien auf die Kleider aufzutragen und auf eine Decke zu sitzen, um direkten Bodenkontakt zu vermeiden.
Bei den ersten Symptomen wird empfohlen, ein warmes Bad zu nehmen und sich mit Seife zu waschen, um allfällige Larven von der Haut zu entfernen.
Um Verletzungen durch Kratzen und Superinfektionen zu vermeiden, soll eine antiseptische Lösung und eine beruhigende, anästhesierende oder kortikoidhaltige Creme aufgetragen oder sogar eine Kühlkompresse aufgelegt werden.
Kleider und Sitzdecke in der Maschine bei 60 °C waschen, um die Larven zu eliminieren oder die Utensilien für 48 Std. in den Tiefkühler geben.
Die Erntekrätze kann manchmal auch durch Haustiere (Katze, Hunde) in das menschliche Umfeld eingeschleppt werden. Prophylaktisch können die Tiere gegen Zecken und Läuse behandelt werden.

Literatur:
Le Moniteur des pharmacies 3377/2021/p36
PTAheute, 12/2017/p54
Dermatologie Manuel et Atlas, G. Rassner, Maloine 2006, p96

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