Eine französische epidemiologische Studie zeigt ein leicht erhöhtes Risiko für intrakranielle Meningeome bei Frauen, die Desogestrel während mindestens eines Jahres anwenden. Das Risiko nimmt mit der Dauer der Anwendung zu.
Das absolute Risiko bleibt jedoch sehr gering. Man rechnet mit ungefähr einem zusätzlichen Fall pro 67.300 Frauen, welche Desogestrel einnehmen.
Meningeome sind Tumore, die aus den Gewebeschichten entstehen, welche Gehirn und Rückenmark umgeben (Hirnhäute bzw. Meningen). Sie sind in der Regel gutartig und wachsen langsam, können jedoch je nach Grösse oder Lage schwerwiegende Beschwerden verursachen.
Zu den Anzeichen und Symptomen, die auf ein Meningeom hinweisen können und überwacht werden sollten, gehören Seh- oder Hörstörungen, Ohrgeräusche, Verlust des Geruchssinns, Zunahme oder Verschlechterung von Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, Krampfanfälle, Schwäche in Armen und Beinen.
Desogestrel wird rasch zu Etonogestrel metabolisiert, welches auch in kontrazeptiv wirkenden Implantaten und Vaginalringen enthalten ist. Deshalb wird das Risiko für Meningeome auch auf Etonogestrel extrapoliert.
Quellen:
www.compendium.ch, Etonogestrel
EMA, News, Meeting highlights from the Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) 6-9 July 2026
Link:
DocNews 28234
Meningeome, neue Studie. Kein Risiko bei Levonorgestrel, geringes Risiko bei Desogestrel


