Dysmenorrhoe, oder Menstruationsschmerz, ist häufig bei jugendlichen Mädchen und wird oft verharmlost oder vernachlässigt.
Die Autoren einer im The Lancet Child & Adolescent Health veröffentlichten Studie untersuchten, welche Faktoren vor der ersten Menstruation (Menarche) das Auftreten und den Schweregrad von Menstruationsschmerzen im Jugendalter vorhersagen könnten.
Es handelte sich um eine Kohortenstudie mit 2 254 Mädchen im Alter von 9 bis 10 Jahren zu Studienbeginn (vor der Menarche) über einen Zeitraum von drei Jahren bis zum Alter von 12 bis 13 Jahren (Zeitpunkt der ersten Menstruation).
Die wichtigsten Ergebnisse waren:
57,6 % der Jugendlichen entwickelten nach der Menarche eine Dysmenorrhoe. Von diesen berichteten 19 % über eine schwere Form.
Das Vorliegen nicht schmerzhafter somatischer Symptome vor der Menarche (z. B. Müdigkeit, Übelkeit oder Schwindel), eine fortgeschrittene pubertäre Entwicklung im Alter von 9 bis 10 Jahren, sowie ein niedrigerer sozioökonomischer Status zählten zu den Faktoren, die am stärksten mit einem erhöhten Risiko für eine spätere Dysmenorrhoe assoziiert waren.
Die Autoren fanden hingegen keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Angstzuständen, Depressionen, Aufmerksamkeitsstörungen, Schlafstörungen und dem Auftreten einer Dysmenorrhoe.
Soziale Merkmale und bestimmte Symptome, die bereits vor der ersten Menstruation bestehen, könnten dazu beitragen, Mädchen mit einem hohen Risiko für Dysmenorrhoe frühzeitig zu identifizieren. Eine frühe Erkennung könnte Prävention, Betreuung und Behandlung fördern, bevor sich Menstruationsschmerzen zu einem langfristigen chronischen Problem entwickeln.
Quelle:
Lenert M, Smith T, Hidalgo-Lopez E et al., Premenarche risk factors for future dysmenorrhoea: a prospective cohort study, The Lancet Child & Adolescent Health, 10, 710-718


