Die wichtigste belegte Nebenwirkung bei der Einnahme von Statinen ist die Myopathie, die allerdings selten auftritt (etwa ein Fall pro 10 000 Patientenjahre). Sie kann sich auch in einer schwereren Form, der Rhabdomyolyse, manifestieren (etwa 2-3 Fälle pro 100 000 Patientenjahre). Ausserdem führt die Behandlung mit Statinen zu einem geringen absoluten Anstieg (etwa 1 %) weniger schwerer Muskelsymptome, wobei sich dies hauptsächlich auf das erste Behandlungsjahr beschränkt.
Statine werden auch mit einem moderaten, dosisabhängigen Anstieg von Diabetes in Verbindung gebracht, wobei die Mehrzahl der Fälle Personen betrifft, die bereits vor Beginn der Behandlung Blutzuckermarker nahe dem diagnostischen Schwellenwert aufwiesen.
Laut einer im Lancet veröffentlichten Metaanalyse ist die grosse Mehrheit der anderen, den Statinen zugeschriebenen Nebenwirkungen, wissenschaftlich nicht belegt.
Die Metaanalyse umfasste 19 randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien mit insgesamt fast 124’000 Teilnehmern und einer medianen Nachbeobachtungszeit von 4,5 Jahren. Die Studie wurde von einer internationalen Forschungsgruppe, den Cholesterol Treatment Trialists, durchgeführt.
Die Wissenschaftler wollten herausfinden, welche der 66 in den Packungsbeilagen aufgelisteten Nebenwirkungen neben den oben genannten Muskelbeschwerden und dem erhöhten Diabetesrisiko tatsächlich durch Statine verursacht wurden.
Die Ergebnisse zeigten, dass nur 4 dieser 66 möglichen Nebenwirkungen tatsächlich auf eine Statintherapie zurückgeführt werden können.
Diese vier Nebenwirkungen sind:
· Anstieg der Lebertransaminasen
· Andere Anomalien bei Lebertests
· Veränderung der Urinzusammensetzung
· Ödeme
Im Gegensatz zu den beiden anderen Nebenwirkungen waren die erhöhten Transaminasenwerte sowie andere Anomalien bei Lebertests dosisabhängig.
Für die meisten der häufig genannten potenziellen Nebenwirkungen wurde kein Zusammenhang nachgewiesen, insbesondere:
· Kognitive Störungen
· Depression
· Schlafstörungen
· Neuropathien
· Sexuelle Dysfunktionen
· Schwere Nierenschäden
· Interstitielle Lungenerkrankungen
Quelle:
The Lancet 2026, Volume 407, Issue 10529, 689 - 703


