Clopidogrel und Aspirin sind zwei Arzneimittel, die häufig zur Sekundärprävention von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit bestehender koronarer Herzkrankheit eingesetzt werden.
Historisch gesehen gilt Acetylsalicylsäure (Aspirin) in diesem Zusammenhang als Standard- Thrombozytenaggregationshemmer, insbesondere nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall.
Dennoch hat eine kürzlich in The Lancet veröffentlichte und vom CBIP (Centre belge d'information pharmacothérapeutique) kommentierte Metaanalyse den Stellenwert von Aspirin gegenüber Clopidogrel in Frage gestellt. Ziel dieser vergleichenden Analyse war es, die Wirksamkeit und Sicherheit von Clopidogrel im Vergleich zu Aspirin als Monotherapie zur Sekundärprophylaxe bei diesen Patienten zu bewerten.
Die Ergebnisse zeigten eine Überlegenheit von Clopidogrel als Monotherapie bei der Prävention der wichtigsten kardiovaskulären oder zerebrovaskulären Ereignisse ohne Erhöhung des Blutungsrisikos im Vergleich zu Aspirin. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Patienten, die in der Anfangsphase der dualen Thrombozytenaggregationshemmung (DTAP) ischämische oder hämorrhagische Zwischenfälle erlitten hatten, von der Studie ausgeschlossen wurden. Daher beziehen sich diese Ergebnisse nur auf Patienten, welche die DTAP ohne Zwischenfälle abgeschlossen haben.
Darüber hinaus veranlassen die grosse Heterogenität der eingeschlossenen Studien und die geringen beobachteten Unterschiede bezüglich des therapeutischen Nutzens das BEKO zu der Einschätzung, dass diese Metaanalyse nicht ausreicht, um den derzeitigen Ansatz zur sekundären kardiovaskulären Prophylaxe grundlegend zu ändern. Die Entwicklung der Behandlungsstrategie muss daher weiterhin beobachtet werden.
Quelle:
CBIP, Folia Pharmacotherapeutica février 2026, Clopidogrel versus aspirine : une nouvelle ère pour la prévention secondaire cardiovasculaire ?


