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Die Stuhltransplantation (oder Stuhltransfer) ist eine wirksame und sichere Behandlungsmethode bei rezidivierenden Infektionen mit Clostridium difficile und wird aktuell auch bei anderen Indikationen untersucht. Dazu gehören z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Obesitas, Diabetes Typ 2, metabolisches Syndrom, chronische Hepatitis B, Major Depression oder Autismus-Spektrum-Störungen.

Die Universität von Arizona hat kürzlich die Resultate einer zweijährigen, offenen, klinischen Studie zu Stuhltransplantation bei 18 Kindern mit autistischen Störungen im Alter von 7 bis 17 Jahren veröffentlicht. Die positiven Effekte, sowohl auf die Verdauungsstörungen als auch die autistischen Symptome, konnten bereits nach kurzer Zeit (nach 8 Wochen) festgestellt werden. Diese blieben bestehen und verstärkten sich sogar längerfristig.

Schätzungsweise 30 bis 50% der autistischen Kinder leiden an Verdauungsstörungen, welche Verhaltensstörungen wie Reizbarkeit, verminderte Aufmerksamkeit und Lernschwierigkeiten auslösen könnten.
Zu Beginn der Studie war das Mikrobiom der Patienten weniger diversifiziert als dasjenige von Kindern im gleichen Entwicklungsstadium. Es fehlten insbesondere bestimmte, nützliche Bakteriengattungen wie Bifidobakterien und Prevotella.
Zwei Jahre nach der Stuhltransplantation waren die gastrointestinalen Symptome aufgrund des diversifizierteren intestinalen Mikrobioms im Vergleich zu den Anfangswerten um 58% zurückgegangen. Die Anzahl Bifido- und Prevotellabakerien multiplizierte sich um den Faktor 4 bzw. 712 während der zehnten Woche und um den Faktor 5 bzw. 84 nach zwei Jahren.
Die autistischen Symptome verbesserten sich ebenfalls merklich. Zu Beginn der Studie wurde das Verhalten von 83% der Kinder als «hochgradig abnorm» eingestuft (Childhood Autism Rating Scale). Zwei Jahre später fielen nur noch 17% in diese Kategorie.

Es sind weitere randomisierte, placebokontrollierte Studien nötig, um diese ersten, aber vielversprechenden, Resultate bestätigen zu können. Autismus kann nicht medikamentös behandelt werden. Diese neue Mikrobiomhypothese eröffnet jedoch neue therapeutische Möglichkeiten.

Quellen:
_Nature Scientific Reports, 9 avril 2019
_Revue Médicale Suisse 650/2019/p976

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